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CZ-Mitarbeiterin Amelie Thiemann hat bei der Basketball-Freizeitgruppe des SV Garßen die richtige Wurftechnik gelernt und sogar einige Treffer versenkt.

GARSSEN. Sobald der Basketball durch das Korbnetz fällt, schnappt ihn sich mein Teamkollege Martin Fröchtenicht. Zu fünft stürmen wir los, Martin dribbelt den Ball in Richtung des gegnerischen Korbes. Im Halbkreis darunter warten bereits Trainer Olaf Schwache und seine Mannschaft. Lauernd beobachten sie jeden unserer Spielzüge. Von rechts außen passt Martin den Basketball zu mir in die Feldmitte.
Unsicher dribble ich auf der Stelle, das verschafft mir Zeit für den nächsten Zug. Hilfesuchend blicke ich zu meinen Mitspielern. Henning von der Lancken und Waldemar Stumpf werden von zwei Gegnern gedeckt – keine Option. Doch dann sprintet Dirk Suhrkamp links von mir los, hinein in die Zone unter dem Korb. Schnell passe ich ihm den Ball zu, Dirk fängt ihn im Lauf und befördert ihn in einer fließenden Bewegung in den Korb. Zeit zum Jubeln bleibt uns nicht: Unsere Gegner haben sich den Basketball sofort geschnappt und stürmen nun in unsere Feldhälfte.
Seit anderthalb Jahren trifft sich die Freizeitgruppe des SV Garßen immer montags um 20 Uhr in der Sporthalle am Koppelweg, um gemeinsam ein paar Körbe zu werfen. Strenge Aufnahmekriterien gibt es nicht, der Spaß steht im Vordergrund. „Wer Bock auf Basketball hat, kann mitmachen“, sagt Olaf, der die Gruppe leitet. Der 40-Jährige hat früher in der Bezirksoberliga gespielt, heute dient ihm der Sport nur noch als Ausgleich zum Berufsalltag.
Bevor wir zwei Mannschaften bilden und gegeneinander antreten, wärmen wir uns auf. Sogleich drückt Olaf mir einen Basketball in die Hände. Zuerst dribble ich, dann suche ich mir einen Korb und mache meine ersten Würfe – doch keiner gelingt.
Olaf eilt zur Hilfe: „Da ist viel Technik gefragt.“ Die Grundlagen vermittelt er mir in wenigen Minuten: Rechter Arm im rechten Winkel, der Ball liegt in meiner nach hinten geknickten Hand und wird mit der anderen geführt. Der rechte Arm befördert den Ball nach oben, doch der letzte Schwung kommt aus dem nach vorne schnellenden Handgelenk. Als Orientierung dient auf dem Brett das kleine Rechteck, welches über dem Korb angezeichnet ist.
In 3,05 Metern Höhe hängt der Korb über mir. Ich stelle mich seitlich dazu und nur wenige Schritte entfernt. So habe ich das Rechteck genau im Blick. „Da wirfst du drauf“, animiert mich Olaf und macht den Wurf vor. Bei ihm sieht es mühelos und kinderleicht aus. Ich gehe in Position, winkle den Arm an und werfe den klobigen Basketball in einer fließenden Bewegung gegen das Brett. Er trifft ins Rechteck und plumpst dann ganz automatisch durch den orangefarbenen Metallring – getroffen. Begeistert von so viel praktischer Physik werfe ich immer wieder und schaffe bis zu sieben Treffer nacheinander.
Techniktraining steht sonst nicht auf dem Programm der Freizeitgruppe, die Sportler wollen sich auspowern und nicht lange tüfteln. „Ich kann dir viel erzählen, aber das meiste ergibt sich aus dem Spiel“, sagt Olaf. Dirk ist vor einen Jahr durch einen Freund auf die Basketballgruppe gestoßen. Dem ehemaligen Fußballer gefällt der Teamsport und: „Man kann sich gut verbessern, wenn man regelmäßig übt.“ Ganz ohne Gefühl geht es laut Olaf jedoch nicht: „Eine gewisse Affinität zum Basketball sollte man schon mitbringen.“
Die Sportler an diesem Abend haben mehr als nur eine Affinität, aus ihnen sprüht Leidenschaft. Geschickt passen sie sich die Bälle zu und flitzen durch Lücken zwischen den Gegenspielern, um sich für ihren Wurf in die optimale Position zu bringen. Sobald ich einen Gegner decke, flitzt er an mir vorbei und schafft es doch, den Basketball zu bekommen. Das schnelle Umschalten zwischen Offensive und Defensive fordert meine ganze Ausdauer. Unzählige Male rennen wir von einem Korb zum anderen. „Letzter Angriff entscheidet“, ruft Olaf nach einer guten Stunde. Ein letztes Mal setzt meine Mannschaft zum Wurf an – und trifft.
Quelle CZ Autor: Amelie Thiemann, am 18.01.2017 um 15:57 Uhr

 

 

 

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