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VfL Westercelle und SV Garßen wollen gemeinsam den Ausbau und die Förderung des Jugendhandballs in Celle voranbringen.



Die Idee ist wahrlich nicht neu. Schon oft haben Celles Handballer versucht, auf verschiedenen Ebenen gemeinsame Sache zu machen. Doch sooft die Idee auch aufkam – wenn es an die Umsetzung ging, saß die Vereinsbrille einfach zu fest auf der Nase, um Probleme wirklich und ernsthaft ausräumen zu können. Doch die wurde jetzt abgesetzt: Offenbar haben die Handballer vom SV Garßen und VfL Westercelle einen Weg gefunden, wie es funktionieren kann: „Zwei Vereine – ein Ziel“, heißt dabei die Devise. Ziel der Kooperation ist der Ausbau und die Förderung des Jugendhandballs in Celle.
Alle Jugend-Altersklassen besetzen
„Wir wollen uns so schick machen, dass wir für alle interessant sind“, sagt Holger Neumann, Handball-Abteilungsleiter beim SV Garßen. „Wir wollen unsere Stärken stärken.“ Jeder für sich und doch gemeinsam. Dabei ist nicht etwa an die Gründung einer Jugendspielgemeinschaft gedacht. Vielmehr teilen sich die beiden Klubs die Aufgabengebiete. Ab der kommenden Saison werden die weiblichen Mannschaften unter dem SV Garßen und die männlichen Teams für den VfL Westercelle starten. Dementsprechend sind dann auch die Vereinszugehörigkeiten der Aktiven. Der Vorteil: Durch die Zusammenlegung kann in allen Altersklassen – von den Minis bis zur A-Jugend – mindestens eine Mannschaft an den Start geschickt werden. Aufgrund der Tatsache, dass es in zwei weiblichen Altersklassen zwei Teams gibt, werden es beim SVG acht und beim VfL sechs Mannschaften sein, die am Spielbetrieb teilnehmen. „Es ist uns wichtig, dass junge Spieler in einem Team ihrer Altersklasse spielen und nicht aufgrund von Spielermangel ständig zwischen einzelnen Mannschaften hin- und herspringen müssen“, sagt VfL-Trainerin und Jugendwartin Anja Schultz.
Gemeinsame Organisation in allen Bereichen
Doch allein damit ist die Zusammenarbeit noch lange nicht beendet. Vielmehr umfasst sie auch gemeinsame Leistungskonzepte wie Trainingsaufbau und Traineraustausch. Auch vereinsübergreifende Events wie Turniere oder Trainingslager sollen gemeinsam besucht oder abgehalten werden. Zudem wird es in Sachen Schiedsrichter-, Zeitnehmer- und Hallenwesen zukünftig gegenseitige Unterstützung geben. Geplant ist darüber hinaus die Bildung eines Gremiums, das aus Vertretern beider Vereine bestehen soll und abseits der normalen Vorstandsarbeit die Organisation und Kommunikation zwischen den Mannschaften sicherstellt.
Seit gut einem Jahr haben beide Seiten gemeinsam das Projekt geplant. „Wir wollten erst Fakten schaffen und für einen vernünftigen Aufbau sorgen, bevor wir es publik machen“, so Neumann. Dazu zählte auch, Sponsoren für die Sache zu begeistern. Neben den Fördervereinen beider Vereine wurden weitere Geldgeber gefunden, die den nunmehr eingeschlagenen Weg unterstützend mitgehen wollen.
Gute Ausbildung junger Talente sichern
Handball-Talente gibt es in Celle genug. „Da kommt ordentlich was nach“, sagt die ehemalige Zweitligaspielerin und jetzige SVG-Jugendtrainerin Inga Kahle. Der Zulauf an jungen Talenten sei bereits jetzt gut. Die müssen nur noch entsprechend gut ausgebildet werden und mit den Geheimnissen des Handballsports nach und nach vertraut gemacht werden. Aber auch auf diesem Sektor sehen sich Westerceller und Garßener gut aufgestellt. Alle Teams werden von erfahrenen Handballern trainiert, die in ihrer aktiven Zeit größtenteils in höherklassigen Ligen aktiv waren, über einen großen Fundus an Erfahrung verfügen und großes Interesse daran haben, den Handballsport in Celle zu neuen Erfolgen zu führen.
„Ich möchte Kinder von einer Sportart begeistern, die ich 34 Jahre lang mit Freude und viel Spaß betrieben habe“, so Kahle. „Und wenn man bei den Kindern die leuchtenden Augen nach einem Erfolg sieht, weiß man auch, warum man das alles macht.“

Quelle CZ 28.03.2019 Text Uwe Meier