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Damit hätten sie nicht gerechnet: Zur Weihnachtspause führt SV Garßen die Landesliga-Tabelle an. Jetzt weden verschiedene Szenarien durchgespielt.
„20:2 Punkte zur Weihnachtspause – das ist schon ein Brett.

Und ehrlich gesagt, hatten wir das so nicht auf dem Plan“, zeigt sich selbst Felix Michelmann, Trainer der Handball-Frauen des Landesligisten SV Garßen-Celle, von der Leistungsstärke seines Teams überrascht. Aber die Tabelle lügt nun mal nicht – zu Beginn der sechswöchigen Winterpause stand nicht Top-Favorit HV Lüneburg oder Oberliga-Absteiger TuS Bergen auf dem ersten Platz, sondern der SV Garßen.
„Dabei haben wir nur eine ganz mäßige Vorbereitung gehabt. Zu Saisonanfang hatten wir keine Ahnung, wo wir stehen“, erzählt Michelmann, genannt „Fixel“, der gerade mitten in der anspruchsvollen Ausbildung zum B-Lizenz-Trainer steckt. Doch schon im ersten Spiel sorgte sein Team mit dem 29:28-Erfolg gegen den HV Lüneburg für eine faustdicke Überraschung.
Nur gegen Bergen gab es einen Ausrutscher

Michelmanns Staunen wurde größer, als danach auch noch die schweren Gegner MTV Embsen und MTV Eyendorf aus dem Weg geräumt wurden. Den einzigen Ausrutscher gab es im Heimspiel gegen TuS Bergen. „Die Mannschaft tritt als Team immer sehr geschlossen auf. Es gibt nicht die eine herausragende Spielerin. Wir haben meist ganz viele unterschiedliche Torschützen, was uns auch eine Spur unberechenbar macht. Darin sehe ich den Hauptgrund für unseren derzeitigen Erfolg“, führt Michelmann aus.
Er betreut das Team nun im dritten Jahr und hat enorme spielerische Verbesserungen ausgemacht. „Erst wären wir beinahe abgestiegen, dann folgte in der letzten Saison der ordentliche fünfte Platz und nun sind wir Spitzenreiter. Da ist schon eine Entwicklung zu erkennen“, sagt Michelmann nicht ohne Stolz.
Die Abwehr ist das Prunkstück

Prunkstück des Teams ist die Abwehr – mit nur durchschnittlich 20 Gegentoren die beste der Liga. Aber auch mit seinem gekonnten Tempospiel tut der SVG jedem Gegner weh, wogegen es im gebundenen Angriff noch Luft nach oben gibt. Und noch etwas anderes hat Handball-Lehrer Michelmann festgestellt. „Auch bei eigenen Schwächephasen lassen wir uns nicht mehr so schnell nervös machen. Mental sind wir deutlich stärker geworden“, weiß der SVG-Coach.
Doch den Platz an der Sonne bis zum Saisonende zu verteidigen, dürfte zur Mammutaufgabe werden. „Die Knallerwochen kommen noch. Wir haben Lüneburg, Embsen und Bergen auswärts. Das wird unglaublich schwer. Wenn wir uns da unbeschadet durchsetzen, wäre das ein Traum“, so Michelmann.
Mit Thema Oberligaaufstieg beschäftigen

Und im Erfolgsfall käme man beim SV Garßen nicht umhin, sich mit dem Thema Oberliga auseinanderzusetzen. „Der Aufstieg ist nicht wirklich geplant und die Oberliga ist für mich im Moment auch noch ganz weit weg. Dennoch müssen wir rechtzeitig über dieses Szenario sprechen. Im Fall des Falles müssen wir das nötige Umfeld schaffen“, unterstreicht Michelmann.
Dazu gehört unter anderem die verbesserte Integration von Jugendspielerinnen sowie die noch engere Zusammenarbeit mit dem zweiten Damenteam. Und selbstverständlich müssen auch die finanziellen Rahmenbedingungen passen. „Egal wie es kommt, der Teamspirit darf auf keinen Fall verloren gehen. Wir wollen auch weiterhin Spaß am Handball haben“, gibt der SVG-Trainer zu verstehen.
Text CZ Von Jochen Strehlau